NAV 2016 und Azure SQL

NAV 2016 und Azure SQL: Vjekos Benchmark-Ergebnisse

Vor kurzem hat auch der bekannte NAV-Blogger und MVP Vjekoslav Babić in einer Beitragsserie einen aktuellen Stand zu NAV 2016 und Performance gegeben. Seine Tests sind detaillierter und aussagekräftiger als mein Quick&Dirty-Tests hier und hier. Fokus der Tests war die reine SQL-Leistung. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Testmethodik

Im ersten Teil beschreibt er seine Testmethodik. Grundsätzlich geht es darum, die Leistung von Setups im NAV- und SQL-Bereich zu testen. Dazu wird die Zeit für eine Reihe von Tests gemessen. Die Tests umfassen typische Geschäftsvorfälle wie Buchen von Aufträgen, aber auch synthetische Tests.

On-Prem-Setups

Im zweiten Teil wird die NAV-Leistung im On-Prem-Setup getestet. On-Prem (kurz für „on premise“) bedeutet einfach: Die Server stehen im Firmennetzwerk. Getestet wurde verschiedene CPU/RAM/Festplatten-Setups. Erstaunlich sind die recht geringen Leistungsunterschiede bei den normalen Geschäftsvorfällen. Ich hätte erwartet, dass SSDs einen deutlichen Leistungsschub bewirken, wie bei Desktop-PCs.

Azure VM-Setups

Im dritten Teil wird die NAV-Leistung mit Azure VMs getestet. In Azure kann man verschieden starke VMs konfigurieren. Welchen Einfluss auf die Leistung haben die verschiedenen VM-Konfigurationen? Ergebnis: Je „dicker“, desto besser. Aber auch die dickste Azure VM kann es nicht mit einer vergleichen On-Prem-Maschine aufnehmen.

Azure VM + Azure SQL

Im vierten Teil wird die NAV-Leistung mit verschiedenen Azure SQL-Konfigurationen getestet. Die entscheidene Parameter ist die Anzahl der DTUs. Für normale Geschäftsvorfälle scheint das S1-Setup (20 DTUs) zu reichen. Mehr DTUs sind erst bei den synthetischen Tests bemerkbar.

Fazit

Auch in diesem Test wird deutlich: Derzeit kann die teuerste Azure VM- plus teuerste Azure SQL-Konfiguration nicht einer „normalen“ On-Prem-Lösung in Sachen NAV-Leistung das Wasser reichen.

Natürlich wird man mit einer dicken Azure-Lösung vernünftig arbeiten können – dann ist es eine Frage des Preises: Serverpreis + Softwarekosten + Einrichtung durch IT + Wartung + Ausfallkosten + … für On-Prem

versus

monatliche Kosten und einfach skalierbar für Azure VM + Azure SQL (ca. 600-700 EUR / Monat für ein Setup mit A7- oder D13-VM und S1-SQL, Stand Mai 2016)

Man muss anmerken, dass hier nicht getestet wurde, wie viele paralle Benutzer das System belasten können, bevor es in die Knie geht. Vielleicht kann ja Azure SQL dort seine Stärken ausspielen? Dieser Test soll irgendwann nachholt werden – ich bin gespannt!